Tiger und Bär und der Rhön-Rennsteig-Weg

Aus den unterschiedlichsten Gründen bin ich einige Monate nicht mehr dazu gekommen, hier etwas zu publizieren, obwohl ich im Jahre 2015 eine ganze Reihe schöner Touren, hier, im Harz und auch auf meiner „Lieblingsinsel“ La Gomera unternommen habe.

Manchmal braucht es halt einen Anstoß von (weit) außen, um die eigene Trägheit zu überwinden.

Eine Kollegin, mit der ich seit 29 Jahren zusammenarbeite, bekam gestern eine mail aus Panama, traute sich aber zuerst nicht, den angegebenen Link aus Angst vor Schädlingen auf ihrem PC anzuklicken. Ich war da nicht so ängstlich und habe seit gestern einige mails mit meinem ersten „Nachwende-Lieferanten“ für PC-Technik ausgetauscht. Dieser, ebenfalls aus Südthüringen stammend lebt seit einigen Jahren in Panama, wohin ja auch Tiger und Bär (von Janosch) eine Reise unternommen haben. Da Jürgen S. von Panama aus auf meinen Blog aufmerksam geworden ist, habe ich mich jetzt aufgerafft und möchte etwas über einen dreitägigen Trip auf dem Rhön-Rennsteig-Weg berichten.

Die Geschichte nahm im zeitigen Frühjahr ihren Lauf. Durch eine Zeitungsannonce wurde ich auf den sehenswerten Film „Der große Trip – Wild“ aufmerksam, den ich Ende März mit Claudi H. in Zella-Mehlis sah. Im Nachgang kam von Claudi die Idee, 2016 den Camino del Norte zu gehen, ca. 850 km in fünf Wochen.

Als erste Vorbereitung kam uns dann die Idee mit dem Rhön-Rennsteig-Weg, der über fast exakt 90 km von der Wasserkuppe nach Oberhof führt. Das ganze in drei Tagen entspricht etwa dem empfohlenen Durchschnitt für den Camino. Die 6,5 kg Gepäck pro Nase, kommen dem, was für den Camino empfohlen und unserer Meinung nach gebraucht wird, recht nah. Eventuell (aber eher nicht) ein Zelt und Handtücher fehlten, da wir Quartiere vorab gebucht hatten.

Mit Mitfahrgelegenheit ging es am Samstag, den 27.6. gegen 8 Uhr von Schmalkalden zur Wasserkuppe, wo unser studentischer Fahrer am Wochenende sein Einkommen aufbessert.

Mit Nebel, Wind und Regen – trotzdem erahnte man den Massentourismus – ging es nach einem Kaffee auf der Wasserkuppe los in Richtung Fuldaquelle. Kurz darauf schien durch Waldarbeiten eine Markierung zu fehlen (eine von zwei Stellen, wo die Markierung Lücken aufwies). Wenn man die Bundesstraße unterhalb der Fuldaquelle erreicht, muß man links ab !

Nach einer guten Stunde erreichten wir das „Rote Moor“, wo wir eine erste Rast einlegten und unsere gelben Regencapes bei aufkommendem Sonnenschein in den Rucksäcken verstauen konnten.CIMG2797 Vom Turm am Rand des Moores konnte man hinter dem Moor schon das  nächste Zwischenziel, den Heidelstein, sehen.

Inzwischen auf bayerischem Staatsgebiet, kam beim Gang über wunderschöne blühende Wiesen bereits Thüringen in Sicht.

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Im Bereich des Stirnberges (899 m hoch) wurden die Wiesen noch schöner und wir fragten uns, warum man in Schmalkalden eine Landesgartenschau ausrichten muß, wo man doch viel schönere Landschaften fast vor der Haustür hat.

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Nach gut 4 Stunden kamen wir am Schwarzen Moor vorbei, dem wir aber wegen aufkommendem Regen und Hunger keinen direkten Besuch abstatteten sondern im Besucherzentrum Eintopf und Bier zu uns nahmen, während noch einmal ein kräftiger Regenschauer niederprasselte. An der ehemaligen Grenze entlang führt der Weg nach Frankenheim, dem höchst gelegenen Ort der thüringischen Rhön. Am Ortsausgang verläßt der Rhön-Rennsteig-Weg wieder die Straße und führt zum Eisenacher Haus, wo sich, wenn man die Tour auf vier Tage verteilt, die erste Übernachtung anbietet.

Von dort, immer noch 800 m ü. NN, geht es recht steil bergab nach Mittelsdorf, wobei dieses Wegstück botanisch wieder sehr ansehenswert ist.

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Von Mittelsdorf war es nur noch ein kurzes Stück bis nach Kaltensundheim, wo wir in der „Guten Quelle“ die erste Nacht verbrachten. Das Essen war abends und zum Frühstück hervorragend, aber unsere Beine taten weh. Komischerweise bei mir die Oberschenkel, bei Claudi die Unterschenkel.

Mit Pausen haben wir für diese erste Etappe, fast genau 30 km, 8 Stunden gebraucht.

Gegen halb neun ging es Sonntag früh weiter. Bis Aschenhausen haben wir den Weg leicht verfehlt. Wir sind größtenteils neben oder zum Teil auf der wenig befahrenen Straße nach Aschenhausen gelaufen. Wochentags wäre das sicher anders gewesen, aber Sonntag früh ging es. Da wir uns selbst etwas unter Zeitdruck gesetzt, weil uns die Etappe im Vorfeld sehr anstrengend vorkam (Aufstieg zur Geba, Abstieg nach Walldorf, Aufstieg zum Dolmar) haben wir auf die Besichtigung des jüdischen Friedhofes in Aschenhausen verzichtet.

Ab Aschenhausen waren wir dann wieder auf dem richtigen Weg. Leicht ansteigend ging es an einer wunderschönen Wiese vorbei in Richtung Waldrand.

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Nachdem es dann ein Stück durch typischen Rhöner Buchenwald geht, erreicht man eine Wiesenlandschaft mit vielen Sträuchern, die einen irgendwie glauben lassen, in der Toskana zu sein.

Zweieinhalb Stunden nach dem Start in „Soinde“ war das Rhöndörfchen Geba erreicht, dessen 8-eckige Kirche einen kurzen Besuch in jedem Fall lohnt.

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Von da dürfte es eine gute halbe Stunde bis zur Geba sein, wo wir in der „Meininger Hütte“ eine leckere Suppe aßen. Die Atmosphäre ist urig. Und obwohl mir (als altem Breitunger) unser Landrat sehr sympathisch ist, bin ich als Naturfreund unendlich dankbar, daß das Projekt zur touristischen Erschließung gestoppt wurde. Für mich war das Projekt immer wie der Turmbau zu Babel.

Der Weg hinunter nach Stepfershausen war wieder wunderschön, Rhön pur.

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Von Stepfershausen nach Rippershausen wurde es dann etwas langweilig, aber trotzdem gut zu laufen. Noch etwas öder empfand ich das Stück von Rippershausen nach Walldorf. Dort haben wir die Füße erstmal in die Werra gehalten. Manche raten von so was ab, wenn man noch ein größeres Wegstück vor sich hat, aber wir hatten da keine Probleme. Nachdem die B19 gequert war, ging es wieder in den Wald, was bei den recht hohen Temperaturen eine Wohltat war. Nachdem man aus dem Wald tritt, liegt der Dolmar zum Greifen nahe. Aber denkste!

In Hessen und Bayern hat der Weg eigentlich keine Ortschaften berührt (ist ja aber auch nur ca. ein Sechstel des Weges). Von Frankenheim bis Walldorf war die Wegführung aus meiner Sicht logisch. Ab Walldorf kann sie möglicherweise lokalpolitisch motiviert sein.

Laut Wikipedia hat sich der Christeser Bürgermeister den Weg ausgedacht. Christes gehört zur VG Dolmar und möglicherweise wollte da einer den Mitgliedsgemeinden was Gutes tun. Der Weg zweigt rechts ab, hinab nach Utendorf, was in vielen Beschreibungen mit einer Bäckerei und Zwiebelkuchen erwähnt wird. Also richtig bergab und dann (mit ca. 25 km in den Knochen) wieder hoch auf den Dolmar (739 m). Der Ausblick entschädigt für vieles, das Essen war gut und das Zimmer riesig.

Der Wein beim Essen schoß in Kopf und Beine aber körperlich waren wir weitaus fitter als nach dem ersten Tag. Bleibt die letzte Etappe.

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Auf Tannhäuser’s Spuren

Nachdem ich mit Claudi H. bereits am vergangenen Donnerstag auf Goethes Spuren wandelte (Kickelhahn), versprach der gestrige Sonntag seinem Namen alle Ehre zu machen und wir beschlossen, die Hörselberge zu erwandern.

Los ging es am Bahnhof Wutha-Farnroda, wo einen eine Unterführung auf die andere Seite der ICE-Strecke Eisenach-Leipzig bringt. Wenige Meter hinter der Unterführung trifft man auf den asphaltierten Radweg Eisenach Sättelstädt, dem man nach links folgt . Man sieht eine imposante geologische Erscheinung, die Wuthaer Verwerfung, die an einer Schautafel erklärt ist.

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Wenige Meter weiter zweigt rechts ein gut zu gehender Pfad mit künstlichen Treppenstufen ab. Das Gasthaus am kleinen Hörselberg ist gut ausgeschildert und dorthin geht es recht steil in Serpentinen bergauf. An Sommernachmittagen, wenn die Sonne auf den Hang brennt, dürfte es eine schweißtreibende Sache sein. Das Gasthaus ist nach etwa einer Viertelstunde erreicht. Über dem Gasthaus führt ein asphaltierter Weg vorbei, dem man nach rechts folgt. Etwa 100 Meter weiter zweit links ein Weg ab, der unter einer ehemaligen Autobahnbrücke der alten A4 hindurch führt. Es geht dann weiter bergauf, wo der Kammweg ausgeschildert ist, Nach insgesamt einer halben Stunde erreicht man einen ersten tollen Aussichtspunkt, an dem der Hang steil abfällt.

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Weiter geht es auf dem Kammweg entlang, der einem in leichtem Auf und Ab nach einer weiteren halben Stunde auf einen Fahrweg bringt.

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Diesem folgt man einige Meter nach rechts um dann wieder rechts abzubiegen. Spätestens hier ist dann das Gasthaus auf dem großen Hörselberg ausgeschildert.

Nach isngesamt ca. 90 Minuten kann man zum Jesusbrünnlein absteigen, muß dann aber wieder hoch zum Großen Hörselberg. Wir sind auf dem Kammweg geblieben und diesem gefolgt.

Kurz vor dem (recht interessanten) Gasthaus am Großen Hörselberg erreicht man eine Hochebene mit toller Aussicht Richtung Osten.

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Im Netz stand, daß das Gasthaus am Montag zu hat. Was dort nicht stand, daß es den ganzen Winter zu hat. Glücklich, wer Obst und Schokolade dabei hat.

Als es auf dem Rückweg das erste Mal links ab Richtung Kleiner Hörselberg ging, sind wir gerade aus leicht bergab und haben und dann immer auf halber Höhe die schönsten Wege rausgesucht. Man kann eigentlich nichts falsch machen. Schlimmstenfalls umgeht man das Hörselbergmassiv und kommt dann auch wieder nach Wutha. Wir sind dann langsam wieder bergauf und irgendwann auf den Fahrweg vom vierten Bild gestoßen. Ab dort ging es dann wieder auf dem gleichen Weg wie hinwärts zurück. Nach etwa dreieinhalb Stunden waren  wir wieder am Gasthaus am Kleinen Hörselberg, wo wir Einkehr hielten. Obwohl schon 15 Uhr stand die komplette Mittagskarte zur Verfügung. Sie machte einen guten Eindruck, war allerdings sehr fleischlastig. Wir nahmen Seelachs  mit Bandnudeln bzw. Speckkartoffeln. Beides war lecker und das Personal war nett.

Der letzte Abstieg zum Parkplatz am Bahnhof dauerte maximal 15 Minuten. Insgesamt waren wir mit zwei kleinen und einer richtigen Pause circa vier Stunden unterwegs.

Ich gestehe !

Ich habe die 50 überschritten, habe vom Wehrdienst abgesehen immer im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gelebt, wohne seit über 10 Jahren im Schmalkalden und bin viel in Wald und Flur unterwegs.

Trotzdem war ich gestern zum ersten Mal in der Jahnhütte am Rande der Neuhöfer Wiese. Da ich mich erst gegen Mittag entschlossen hatte noch mal raus zu gehen, bin ich mit dem Auto bis zum Parkplatz Rotteröder Höhe am höchsten Punkt der Straße Asbach-Rotterode gefahren. Von dort geht es gerade aus Richtung Wald, wo man nach ca. 200 m eine Gabelung erreicht. Dort ist nach links die Jahnhütte bereits ausgeschildert (gut 3 km) ich bin aber, mal wieder einer Anregung von Gerhard Zimmer folgende geradeaus leicht bergan gelaufen. Bereits nach wenigen Metern hat man wunderschöne Aussichten zurück Richtung Rotterode.

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Gut 5 Minuten später, nach einer Freifläche gabelt sich an einem Wegweiser mit Sitzgruppe der Weg erneut. Hier geht es rechts zunächst leicht bergab. Nach einer weiteren Viertelstunde, immer auf dem Weg bleibend, der dann wieder kontinuierlich ansteigt, erreicht man den Koppenstein (mehrfach ausgeschildert), einen freistehenden Felsen, an dem sich in der warmen Jahreszeit auch die Kletterer versuchen.

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Man folgt, dem Weg weiter folgend der Auschilderung Silberwiese bzw. Moosburg. Der Weg zu letzterer zweigt an einem unscheinbaren Wegweiser links ab. Nachdem man dem Weg längere zeit gefolgt ist, vom Koppenstein eine gute halbe Stunde, erreicht man, aus dem Wald heraustretend eine Kreuzung.

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Hier ist die Moosburg NICHT ausgeschildert. Geradeaus geht es einen Berg hinauf, wo man aber nicht zur Moosburg kommt, man muß wenige Minuten rechts leicht bergab laufen um an einer Freifläche eine leicht verwitterte Infotaffel zur Moosburg zu erreichen. Die Moosburg ist eigentlich auch nur ein mehr oder weniger frei stehender Felsen.

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Den gleichen Weg zurück, erreicht man nach etwa 10 Minuten in einer Linkskurve einen Wegweiser, wo es bergauf 500 Meter bis zur Silberwiese sind.

CIMG2648Rückblick zum Abzweig Silberwiese

Am oberen Ende der Silberwiese steht links vom bergauf führenden Pfad eine Hütte, wo man, wenn jemand da ist, zumindest was zu trinken kriegt.

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Man geht zurück an den Waldrand oberhalb der Silberwiese, wo ein Wegweiser u.a. die Neuhöfer Wiese und die Jahnhütte ausweist. Hier hat dann der Akku meines Fotoapparates versagt. Der Weg führt gut markiert zur Tambacher Straße, der man schon ganz am Anfang für wenige Meter gefolgt ist. Die von Gerhard Zimmer beschriebene Tour führt rechts zum oberen Rand der Neuhöfer Wiese. Der kürzeste Weg zur Jahnhütte, den ich aus Zeitgründen gegangen bin, quert die Tambacher Straße und führt dann über eine etwas zugewachsene Wiese, ehe es wieder in den Wald geht. Das letzte Stück zur Jahnhütte geht auf diesem Weg dann recht steil bergab.

Die Jahnhütte ist nicht zu verfehlen. Eine leckere Suppe und ein Grog haben nach bis dato ca. 2 Stunden gut getan. Nach einer halbstündigen Pause ging es unterhalb der Hütte und oberhalb der „Dürren Stille“ auf einem Fahrweg zurück. Wer kein Auto auf der Rotteroder Höhe stehen hat, kann Richtung Asbach oder Struth-Helmershof rechts abzweigen. Ich bin auf dem Hauptweg, vorbei am „Kyrill-Blick“ dann erneut auf die Tambacher Straße gekommen. Nach einem kurzen Stück auf der Tambacher Straße erreicht man linker Hand die Schutzhütte Ellertor. Dort führt der kürzeste Weg links ab, während die breitere Tambacher Straße in einem großen Bogen zur Rotteröder Höhe führt. Wenn man links abgebogen ist, geht es stetig bergab, bis man erneut einen breiteren Weg erreicht, den man quert und dann immer weiter läuft. Bald sieht man durch den winterlichen Wald die ersten Häuser von Rotterode und erreicht, sich immer leicht rechts haltend den Weg, den man am Anfang lief. Von dort ist es nicht mehr weit zum Parkplatz.

Mit der halbstündigen Pause dürfte ich so drei und eine halbe Stunde unterwegs gewesen sein.

Zurück in die eigene Vergangenheit

Am 3. Advent letzten Jahres beschloß ich, meinem Vater in Breitungen mal wieder einen Besuch abzustatten. Diesmal aber ohne Auto, Zug oder Fahrrad. Los ging es gegen 12.30 Uhr am Bahnhof Schmalkalden, was für eventuelle „Nachläufer“ ein Start- oder Endpunkt sein könnte.

Vom neugestalteten Verkehrsknoten wandte ich mich Richtung Elisabeth-Klinikum und lies dieses im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Wenige Meter nach dem Krankenhaus trifft man eine Kreuzung mit einem Wegweiser. Die Straße ganz links führt zum Besucherparkplatz, geradeaus geht es wohl zur Tierauffangstation. Halbrechts leicht bergauf führt für den einen oder anderen Schmalkalder der sogenannte letzte Weg in einem meist schwarzen Wagen. Wer noch fit ist und noch einen Rückweg plant, kann einen schmalen Fußweg direkt hinter dem Wegweiser wählen, der recht steil direkt zum Eingang des „Cementerios“ führt.CIMG2404

Man befindet sich jetzt sowohl auf dem Lutherweg, als auch auf dem Jakobusweg, dessen Muschel uns bis Breitungen begleiten wird. An dieser Stelle weiß man sofort, daß man sich in Deutschland und/oder Thüringen befindet. Staatsknete für Wegemarkierung wird meist nur für neue Wege locker gemacht, damit Minister, Landräte, Bürgermeister zu irgend einer Eröffnung kommen können. Für die Erhaltung alter Markierungen gibt es eher weniger Geld, deswegen führen oft verschiedene Wege zum gleichen Ziel. Aber schon vor 2000 Jahren war es ja wohl so, daß alle oder zumindest viele Wege nach Rom führten. Eine Woche vor dieser Tour bin ich einen Teil des Werra-Burgensteigs gelaufen. Dieser war zwischen Breitungen und Zillbach identisch mit dem Heinrich-Cotta-Weg. Ersterer angelegt im Jahre 201x, letztere im Jahre 200x. Naja, Hauptsache man kommt an.

Den markierten Weg am Friedhof vorbei, geht es immer weiter bergauf und beim Zurücksehen wird man mit schönen Aussichten auf Schmalkalden belohnt. Etwas skuril für einen dritten Advent wirkte ein Blick Richtung Sonnenhof.

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Am Waldrand findet sich wieder ein großer Wegweiser, hier ist allerdings nur der Lutherweg ausgeschildert, er führt linkss leicht ansteigend auf einem etwas sandigen Weg geradeaus.

Nachdem rechts eine eingezäunte Waldwiese auftaucht, habe ich den rechts bergan führenden Lutherweg verlassen und bin geradeaus wieder in den Wald hinein.

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Hier ist dann zur Abwechslung mal wieder der Jakobusweg markiert, dem man bis zu einer Wegkreuzung folgt. Dort ist dann Fambach und die Sigwinne ausgeschildert.

Nach weiteren 3 Minuten ist links ein Abzweig zur Sigwinne markiert, das Schild sieht man allerdings von Schmalkalden kommend nur von hinten. Die 100 m habe ich auf mich genommen, aber nichts von einer Wüstung gesehen 😦

Man kommt dann an den „10 Buchen“ vorbei, wo rechts ein Weg nach Heßles abzweigt und der Jakobusweg halblinks nach Fambach führt. Man folgt diesem Weg bis man Fambach am „Platz der Republik“ erreicht, den man quert. Der Jakobusweg ist in Fambach nicht immer eindeutig markiert. Aus Fambach heraus geht es über den Mühlweg, wo man sich dann zusätzlich auf dem neuen „Truse-Radweg“ befindet.Dieser führt am Ende des Mühlwegs auf einen geschotterten Weg, der auf der Rückseite der Agrargenossenschaft vorbeiführt und sich dann in einem großen Bogen nach rechts wendet.

Den Breitunger Ortsteil „Winne“ vor Augen ….

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verläßt man dann den Truse-Radweg, der rechts abzweigt nach links und läuft auf die Straße durchs Trusetal zu, die man in Winne überquert. Nachdem auf aspahltiertem Weg ein kleiner Hügel bezwungen ist, sieht man schon den Turm der Breitunger Basilika.

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Man unterquert die neue Bundestraße 19 und erreicht am alten Forsthaus den Ortsteil Herrenbreitungen. Durch die „Neue Reihe“ und einen schmalen Fußweg erreicht man das Borntal, wo auf der gegenüberliegenden Seite eine Treppe bergan führt. Man läßt den Herrenbreitunger Freidhof rechts liegen und erreicht die Mauer des Schloßgartens.

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Wenn man das Schloß rechts umgeht, erreicht man den Hühngraben, auf dem man bergab weitergeht und dann die alte B19 an der Grenze zwischen Alten- und Frauenbreitungen erreicht. Wenn man das „Blaue Wunder“ überquert, ist man im „Dorfzentrum an der Schafwerra“.

Das ganze hat knapp 3 Stunden gedauert. Wer sein Auto in Schmalkalden stehen hat, muß zum Bahnhof eine knappe viertel Stunde einplanen. Die Züge Richtung Schmalkalden fahren immer zehn vor um, haben am Wochenende nur zu ungeraden „Um“s in Wernshausen Anschluß.

Sturm-Matrix: In diesen Gebieten herrscht ab Nachmittag Orkan-Alarm

schrieb heute in reißerischer Aufmachung der FOCUS. Was heißt das ?

Helikopter-Eltern setzen ihre Kids freiwillig vor den PC. Erwachsene setzen sich vor die Glotze. Claudi H. und Uwi, der Kanarienvogel, gehen in den Wald, denn dort ist man schön allein, weil alles Angst vor Windbruch hat. Gut, es war windig, aber Sturm geht anders.

An Heiligabend auf der Degollada de Cofete (Fuerteventura) war es weitaus windiger, wobei dort natürlich keinen Baum gab, der einem auf das Rübchen hätte fallen können.

Unser Ziel war der Bärenstein oberhalb des Bahnhofes Oberhof. Los ging es am Bahnhof Oberhof, den man sowohl per Bahn (deshalb Bahnhof) als auch mit dem Auto aus Richtung Zella-Mehlis oder aus Richtung Oberhof erreicht.

In Fahrtrichtung Erfurt läuft man rechts der Bahngleise in Richtung Brandleitetunnel. Hinter dem Ist der Tunneleingang erreicht, wendet man sich nach rechts. Wegweiser weisen die Suhler Ausspanne und den Schneekopf aus. Zur Ausspanne sind es 3,5 Kilometer. Nach einem guten Kilometer zweigt links ein ausgeschilderter Weg zum Bärenstein ab (1,6 km ab dem Abzweig). Der Weg führt ständig leicht bergauf uns ist schön zu gehen. Dirket vor dem Bärenstein ist ein nicht zu übersehender Wegweiser.

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Dort sieht man schon den Felsen, der mit Geländern gesichert ist und zum Klettern freigegeben ist. Bis zum Gipfel sind es maximal 50 Meter, die relativ einfach zu gehen sind, auch wenn der Boden bzw. Fels feucht ist.

Man wird mit phantastischen Aussichten zum Bahnhof Oberhof und dem Lubenbachtal belohnt. Heute durch den Wind bedingt, war sogar der Dolmar (?) und/oder die Rhön zu sehen.

Bahnhof Oberhof und Lubenbachtal                        Blick zum spitzigen Berg (882 m)

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Ein schöner Blick AUF den Bärenstein aus dem www (commons.wikimedia.org)

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Wieder zurück auf den Weg folgt man diesem weiter, wobei man sich nicht verlaufen kann. Man sieht dann plötzlich rechts vom Weg einen Drahtzaun, der den Rennsteiggarten vor Kostenlos-Touristen schützt.

Wenn später erreicht man den Parkplatz am Rondell, scharf rechts zurück kann man zum Rennsteiggarten gehen. Wir sind aber direkt zurück zum Bahnhof Oberhof. Direkt vor der Fußgängerbrücke über die B247 (Zella-Mehlis – Oberhof) biegt man links auf einen asphaltierten Weg ab, der einen mit 12 % Gefälle immer bergab führt. Hinter dem Pfanntalsteich gabelt sich der Weg. Rechts bergan führt die Straße vom Bahnhof Oberhof nach Oberhof, nach links läuft man über den Tunneleingang und ist nach gut eineinhalb Stunden wieder am Ausgangspunkt, dem Bahnhof Oberhof.

Summa summarum eine schöne, nicht allzu schwere Rundwanderung, die von der tollen Aussicht vom Bärenstein gekrönt wird und am Rennsteig (Rondell) in beide Richtungen beliebig ausgedent werden kann.

Haderholz zum zweiten

Am letzten Novembermittwoch habe ich noch mal Anlauf zur Haderholzrunde genommen. Um 9 Uhr ging es am Viadukt in Seligenthal bei strahlendem Sonnenschein los. Auf dem Foto rechts, mein Schatten.

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Nach knapp einer viertel Stunde war ich wieder am Gakenstein, wo ich diesmal den steilen Weg rechts an der Bank vorbei genommen habe.

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Was ich am Samstag, in umgekehrter Richtung, nicht bemerkt hatte, kaum zwei Minuten später weist ein Schild auf den Gakenstein, den man von der Rückseite her besteigen kann. Alleine, ohne Stöcke bei knapp über 0 Grad und rutschigem Untergrund habe ich die letzten Meter dann aber gescheut.CIMG2268Von der Bank, wo der Weg abzweigt waren es immerhin schon 25 Höhenmeter, von 310 bis zum Haderholzstein.

Grüne Punkte an den Bäumen weisen den immer bergauf führenden Weg, ein Verlaufen ist eigentlich nicht möglich. Kurz vor 10 saß ich dann auf einer einfachen Bank in der Sonne. Und das Ende November. Ein letzter Blick zurück Richtung Seligenthal, ehe es in den Wald ging.

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Nach insgesamt einer guten Stunde war ich dann auf dem Haderholzstein, 713 mm ü. NN

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Beim Abstieg in nördlicher Richtung wies ein Schild, das ich am Samstag ebenfalls übersehen habe, auf die Haderholzsteinhöhle hin. Nicht spektakulär, aber 25 Meter Umweg kann man sich gönnen.

Nach wenigen Minuten kommt man dann an einen Wegweiser, wo die Ebertswiese ausgeschildert ist. Von da an geht es ein längeres Stück weitestgehend eben, ehe man zum Plattenbruch (am Hausmaße) kommt. Für Geologen recht interessant.

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Wenig später zweigt der Weg rechts ab, wobei die Ebertswiese wieder eindeutig ausgeschildert ist.Nach einer wunderschönen Waldwiese …

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.. verweist rechts ein Schild zur Ebertswiese, wobei dort „steiler Aufstieg“ steht. Hier zweigt man vom Weg ab, den Gerhard Zimmer beschrieben hat, verpaßt aber den Jobststein und den Dreiherrenstein (2015 ist ja immerhin auch noch ein Jahr). Nachdem man den Wald verlassen hat, erreicht man das Tambacher Feld.

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Am Bildrand rechts kann man zurück nach Seligenthal, am Weg ein paar Meter nach links, erreicht man einen Wegweiser, wo die Ebertswiese über den Heuweg ausgeschildert ist.

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Blickt man nach rechts zurück, sieht man hinter sich in der Ferne den Inselberg, links hinter einem sieht man noch mal den Haderholzstein. An einer Wegkreuzung nimmt man geradeaus den steilen Anstieg. Ist der überwunden, geht es leicht bergab. Mein Plan, im  Bergasthof und Hotel Ebertswiese einzukehren scheiterte an „Saurer-Gurken-Zeit“. HInter dem Hotel bin ich dann rechts ab die etwa 500 Meter bis zum Bergsee gelaufen, wo man inzwischen 780 m ü. NN ist. Trotz Ende November hatte „Kurtis Baude“ geöffnet. So stelle ich mir das vor !!! Zurück zum Fahrweg und rechts ab. Nach wenigen hundert Metern zweigt rechts ein Weg Richtung Floh und Seligenthal ab. Etwa vier Minuten später ist der Falkenstein und der Haderholzgrund ausgeschildert. Spätetstens ab hier führt einen ein gelber Punkt auf weißem Spiegel. Eine viertel Stunde später stößt man auf einen Fahrweg, dem man nach links folgt. Man ist dann auf der Hohen Straße, die südlich von Schmalkalden über das Henneberger Haus führt. Etwa 7 Minuten, nachdem man den Fahrweg erreicht hat, gabelt sich der Weg noch mal, ohne das eine Ausschilderung erfolgt. Hier halblinks, wobei man halbrechts sicher auch zurück zum Parkplatz kommt. Hinter einer Rechtskurve, kurz vor dem Waldrand …

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weist ein Wegweiser zum Falkenburgstein. Die 100 m Umweg sollte man auf sich nehmen.

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Meine Idee, ab dem Felsen abzukürzen, war eine dumme Idee, also zurück zum Wegweiser und dem Weg nach Seligenthal gefolgt. Man sieht noch einige interessante Felsformationen

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und erreicht dann die Schutzhütte  Bärental, von wo es noch ungefähr 20 Minuten bis zum Viadukt sind. Den Umweg hinter dem Falkenburgstein und die etwa 20-minütige Rast bei „Kurti“ eingerechnet war ich knapp 5 Stunden unterwegs. Zwei Tage bis 21 Uhr zu arbeiten, war es wert, an diesem wunderschönen Spätherbsttag diese Tour zu machen.

Allein durch das Tal des großen Königs

Am Mittwoch während meiner Gomera-Tour standen die beiden höchsten Gipfel der Insel, der Garajonay und der Fortaleza, auf dem Programm. Schon vor der Abfahrt, als am Strand schon die Sonne schien, kündigte Raffael dichten Nebel für den Nationalpark an. Wir fuhren bis kurz vor den Alto Garajonay, von wo es, wenn ich mich recht entsinne, etwa 2 km auf sehr schönen Wegen waren. Aber wir hingen direkt im Nebel, wobei die Übergänge zwischen Nebel und Regen (und Wind) sehr fließend waren. Was komisch ist, auf Gomera sind 11 Grad und Nässe absolut nicht kalt. In Thüringen hätte ich bei so Wetter gefroren wie ein Hund. Schon ziemlich durchnäßt standen wir nach einer guten halben Stunde auf dem Gipfel, wo man bei schönem Wetter die Nachbarinseln El Hierro, Teneriffa und La Palma hätte sehen können. Aber „hätte, hätte, Fahrradkette ….“

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Durch Baumheide, die 2012 ein Opfer der Flammen wurde, ging es dann recht gemütlich, aber immer noch sehr feucht durch mit Farn bestandene Wege.

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Auf dem rechten Bild sieht man trotz Nebel, das die kanarische Kiefer sich weitaus weniger von Feuer beeindrucken läßt, als die Baumheide.

Je weiter es durch die Terrassenfelder bergab ging, um so mehr setzte sich die Sonne durch und statt Kiefern und Baumheide gab es wieder Palmen und Agaven. Unterwegs konnten wir Feigen pflücken und essen und auch die Kaktusfeigen luden wieder zum Verzehr ein.

Terrassenfelder im Nebel                                       keine Bananen, sondern Früchte der Agave

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Wir erreichten dann das Töpferdorf El Cercado. Dort steht an der Hauptstraße eine Töpferei neben der anderen, die geöffnete Werkstatt zur Straße hin. Man töpfert dort ohne Töpferscheibe, der Ton wird von Hand geformt.

CIMG2027Die Frau links im Bild hat in ihrem Leben El Cercado nie verlassen. Sie war in keinem anderen Ort der Insel, nie auf einer anderen der Kanaren, geschweige denn, auf dem europäischen Festland.

Es war dann nicht mehr weit nach Chipude, früher mal Inselhauptstadt. Dort kehrten wir (mal wieder), noch immer durchnäßt, in einem „Casa Maria“ ein. Das Essen war, ebenfalls wie immer in den kleinen Dörfern, super lecker. Wegen der Nässe gönnten sich die meisten einen Barraquito und einen Grappa zum Nachspülen. Es solte dann auf den im Nebel liegenden Fortaleza gehen und von dort zurück zum Bus. Ein Schild „Valle Gran Rey  7,9 km“ und Sonne aus der Richtung brachten mich auf die Idee, statt des Fortalezas und einer Busfahrt, ins Tal zu laufen, zumal beim Fortaleza wohl absolute Schwindelfreiheit nötig sei. Christa aus Südtirol wollte erst mit mir gehen, überlegte es sich dann doch anders. Auf meine Frage stufte Raffael den Weg als gut zu gehen ein, drückte mir aber ein Funkgerät in die Hand, wozu auch immer. 500 m ging es ganz gemütlich, dann wurde es interessant.

Links unten mein Weg, tief unter mir                      auf der anderen Talseite, oberhalb der Kakteen

das obere Valle Gran Rey                                      mein Weg

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Zum Teil war es (für meine Verhältnisse) hammerhart, aber die Aussichten waren zum Teil traumhaft.

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Irgendwann beschloß ich, in der ersten Kneipe, an die ich komme, gönnst Du Dir ein Bier. Als die ersten Häuser kamen, war es immer noch recht anspruchsvoll. (links)

Rechts sieht man noch Folgen des Feuers von 2012.

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Nachdem ich ein Glas-Bier-Geschäft gefunden hatte ging es auf einer schmalen Straße das Valle hinab durch schöne Gärten an kleinen Häuschen vorbei.

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Eßkastanien                                                          Orangen

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Wenige hundert Meter vor dem Strand sammelte mich dann der Bus ein.

Nach Duschen und Umziehen, habe ich es zum Sonnenuntergang am dritten Abend endlich mal geschafft, zu den berühmten Trommlern  am Strand des Valle zu gehen.

Nach wenigen Minuten hatte ich es bereut, am Montag und Dienstag nicht dort gewesen zu sein.

CIMG2074 CIMG2079 Die Künstler (oben) und das Publikum (unten).

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CIMG2086Berühmt, Restaurante Casa Maria, die älteste Bar des Valle.

Nach dem Trommelm, ließen die beiden aus dem ersten Bild den Bailando fuego, den Feuertanz folgen. Fotos sind kaum zu erkennen, ich habe aber im Netz (vimeo.com) ein schönes Video gefunden:

Die Atmosphäre hat mich den Rest der Woche nicht losgelassen und fasziniert mich noch heute.

Viele Grüße, euer Kanarienvogel